05.04.26

Wuerfel43

Six Umbrellas – Back to Work


Playlist with
all Tracks (m3u)
320 kbps hifi

all Tracks (zip)
98,5 MB

Nicht vom Titel auf eine falsche Fährte locken lassen. „Back to work“ meint nicht „business as usual“. Vielmehr macht sich Six Umbrellas hier an die Arbeit, seinem bekannten Sound das ein oder andere Upgrade zu verpassen. In diesem Fall: Mehr schöne Melodien, mehr Harmoniewechsel, mehr positive Vibes. Das alles im tanzbaren Tempo angesiedelt, geeignet um die erste Open Air Party des Jahres zu starten. Doch hören wir mal genauer hin.

Das Album beginnt mit „Pulse Logic“ – ein eher düsterer klassischer Acid Track, eine Verbeugung vor dem frühen Sound von Daniel Avery. Doch es ist nur eine falsche Fährte, ein kleiner Haken, ein Abarbeiten, um es dann hinter sich zu lassen. Denn schon mit „Arrival“ wird es fröhlicher, sonniger, ja regelrecht uplifting. Die Harmonien wechseln zu Dur, schöne Melodien säuseln uns ins Ohr, und wer da nicht seine Fenster endlich putzt, um die Sonne rein zu lassen, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Doch was heißt „Back to work“? Ist es eine freundliche Aufforderung, eine Anleitung zur Selbstmotivation, oder ein ironischer Kommentar? Wir wissen es nicht und werden es auch nicht erfahren. Doch die Schichtungen gegen Ende des Stücks sind dann genau das klitzekleine Bisschen zu viel des Guten, um uns daran zu erinnern, dass wir eben nicht 24/7 durchackern können.

„Dumpling Euphoria“ fährt das Tempo dementsprechend ein wenig herunter und dient als Überleitung zu „Kid Dispute“, dessen Harmonien mich (FC Stoffel) ein wenig an Tango erinnert haben. Etwas, was Thomas Bartz (der Kopf hinter Six Umbrellas) nach eigenem Bekunden nicht intendiert hatte, aber auch nicht gänzlich von der Hand weisen möchte. So etwas kommt eben heraus, wenn man sich an die Arbeit macht und neue harmonische Gefilde erkundet. Da landen wir unweigerlich beim Tango. Behaupte ich jetzt einfach mal.

Hier jeden Track einzeln zu besprechen, würde den Rahmen sprengen, daher ein Sprung zu „Medicine“ dem 8. Track der quasi als Klammer für das Album dient. Hier wird es wieder ein wenig düsterer und es gibt noch einmal Acid typische Sounds. So ganz kann Six Umbrellas seine musikalischen Sozialisation dann eben doch nicht hinter sich lassen. Und wir freuen uns darüber. Denn manche Sounds sind auch uns so tief in unsere musikalische DNA geschrieben, dass sie uns nach wie vor Endorphine ausschütten lassen.

„That Easy“ als letztes Stück geht dann noch einmal in eine ganz andere Richtung. Midtempo, Downbeat, lässiger Groove, ein markantes Sprachsample. Gut geeignet zum Runterkommen. Aber auch noch einmal Erinnerung, dass bei aller Fröhlichkeit, Harmonie, Party eben nicht alles immer „That Easy“ ist.

Doch wollen wir nicht zu viel in die Stücke und die Titel hinein interpretieren und es würdigen als das was es am Ende vor allem ist: Ein neues, rundes, äußerst gut gelungenes Album von Six Umbrellas. Und der Beweis, dass die Inspiration dann eben doch endlich kommt, wenn man sich aufrafft, an seiner Kunst weiter zu arbeiten.

Tracklist:

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