06.06.16

[wuerfel 19]

Svann E. Langguth – Drei- und Vierstimmige Interventionen & Polymorphe Vivisektion


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238 MB

Also ganz ehrlich, wir haben nicht den Schatten einer Ahnung, was Svann Langguth hier eigentlich genau getrieben hat. Wir wissen nur so viel: In monatelanger Frickelarbeit hat er zahllose elektronische Klangerzeuger zusammen gelötet und das ganze dann in Tupper-Pausenbrot-Plastikdosen verpackt. Darin kommen Platinen mit u.a. folgenden CMOS Chips zum Einsatz:

40106 Schmitttrigger / 4093 Quad NAND / 4006 18-stage Shift Register / 555 Timer IC

Svann Langguth hält sich hinsichtlich der Schaltpläne bedeckt und ließ uns nur so viel wissen: „Die meisten Geräte sind fest verknüpft, manche aber auch im Lunetta-Stil konzipiert, mit frei patchbaren IC-Eingängen an der Oberfläche. Schmitttrigger- und Quad NAND-Oszillatoren folgen natürlich den Anregungen von Meister Collins, andere Ansätze sind selbst entwickelt. Schaltpläne sind in diesem Kontext ephemer. Grobe Funktionsschemata erstelle ich nur, um die Übersicht nicht zu verlieren. Anbei ein Vorläufer-Layout einer DDS (Direct Digital Synthesis) mit Wechseloberton aber nur zwei Clocks und von meinem Unterton-Generator, dessen Prototyp die Rhythmik hervorbrachte. Und die Konfiguration zum Shift Reg Loops mit Multiplexer ‚Programmierung‘. Konzeptuell haben die Geräte alle eine Tendenz zur Hysterese. Ich taste mich langsam an eine gesteuerte Randomisierung heran, bisher ist diese entweder noch total oder das Klangverhalten ist tendenziell von einer sublimen Logarithmik beeinflusst. Für die Aufnahmen habe ich das ganze Prinzip bewusst simple und pur gehalten.“

Hier ein paar Fotos, von den kleinen Teufelskisten und zwei Schlatpläne:



Musikalisch handelt es sich also um Klangexperimente mit selbstgebauten Klangerzeugern. Dabei geht Svann Langguth ganz systematisch vor und erforscht in den einzelnen Stücken jeweils bestimmte Eigenschaften der jeweils spezifischen Schaltkreise seiner „Brotdosen“. Entsprechend dieser Systematik sind dann auch die Titel der Stücke zu verstehen und folgerichtig die Unterteilung in Teil A und B. Zwischen die puren Complementary metal–oxide–semiconductor-Tracks sind eine Reihe rhythmisierte und angereicherte Bass’n’Noise-Stücke gemischt.

Gedacht ist diese Veröffentlichung als klassisches Doppelalbum, mit zwei Covern, zwei Titeln und zwei Reihenfolgen in denen die Stücke auf dem jeweiligen „Album“ angeordnet sind. Es wäre schön, wenn diese Unterteilung auch in der digitalen Domäne von den Hörern beachtet werden könnte, wie auch immer jeder das gestalten will und das dann aussehen mag.

Tracklist: Dreistimmige Interventionen

Tracklist: Polymorphe Vivisektion

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